Google Analystics datenschutzkonform(er) nutzen

Auf spreerecht.de findet sich seit einiger Zeit eine Anleitung, wie Google Analystics datenschutzrechtkonform genutzt werden kann. Dazu sind 4 Schritte notwendig:

  1. Einbindung der Funktion “_anonymizeIp()” im Analytics-Code, um die letzten 8 Bit der IP-Adresse entfernen.
  2. Den Vertrag über Auftragsdatenverarbeitung ausfüllen und mit einem frankiertem Rückumschlag an Google schicken. Die Adresse steht im Vertrag.
  3. Aufklärung der Besucher in der Datenschutzerklärung.
  4. Löschen aller bisher durch Google Analytics erhobenen Daten.

Genauere und ausführlichere Informationen und das Muster der Datenschutzerklärung finden Sie im Beitrag von spreerechts.de: Google Analytics rechtssicher nutzen – Anleitung und Muster für Webmaster

Altersbeschränkung für Websites – Publizierung nach Uhrzeit

Jugendschutz ist wichtig, nur der jetzige Gesetzesentwurf scheint nicht nur auf mangele Grundkenntnis des Internets zu gehen, sondern wohl auch auf Ignoranz begründet sein. Ignoranz, die sowohl die Logik und die Interessen der Allgemeinheit ignorieren zu scheint.

Neu ist das Thema wohl nicht, bereits 2001 berichtete der Heise Verlag ausführlich unter Telepolis über dieses Thema: Operation Jugendschutz. Doch nun scheint es wieder einmal Thema zu werden.

Worum geht es?

Es geht um den Gesetzesentwurf für das neue Jugendschutzgesetz. Nach diesen sollen die Websites in Deutschland in Altersgruppen unterteilt werden. Das ist ja soweit ganz in Ordnung, doch nun kommt es: Websites mit der Altersklassifizierung ab 16 dürfen dann nur noch von 23:00 Uhr bis 6:00 Uhr veröffentlicht werden.

Der Unsinn dieser Regelung

Jeder der nun noch alle 7 Sinne irgendwie beisammen hat, kann sich vermutlich mit seinen wenigen Internetkenntnissen zusammenreimen, dass nicht nur von Deutschen Websites ins Netz gestellt werden, sondern auch von anderen Ländern. Im deutschsprachigen Raum gäbe es da sehr gute Ausweichmöglichkeiten Richtung Schweiz und Österreich. Doch wo liegen wirklich gefährdende Inhalte? Nun viele gefährdende Inhalte, wie Pornographie ohne sichere Altersverifizierung gibt es eher im Ausland. In Deutschland gibt es hier bereits sehr strickte Richtlinien darüber, ab wann eine Altersverifikation notwendig ist, und ab wann diese als Zuverlässig gilt (die Überprüfung der Personalausweis-ID zählt nicht als zuverlässig). Und zu guter Letzt, ist noch nicht mal gegeben, dass Sie alle daran halten, Seiten die so wie so bereits rechtlich Bedenklich sind (rechtsextreme Website usw.), werden sich vermutlich nicht dran halten.

Was wäre eine bessere Alternative?

Eine definitiv bessere Alternative wäre eine technische Altersverifikation, so dass im Gesetzt nur festgeschrieben werden muss, dass die Website eine solche Altersangabe richtig zu pflegen hat. Hintergrund wäre eine ähnliches Verfahren wie beim Datenschutz mit dem P3P-Verfahren. Bei einen solchen Verfahren wäre es möglich, die Altersverifikation mittels einer hinterlegend XML-Datei durchzuführen. Hierbei wäre es dann technisch sogar möglich, die Verifikation mit einen Regelwerk zu versehen, die die gesamte Website bewertet, aber auch ermöglicht einzelne Bereiche der Website anders zu bewerten (ähnlich der Suchmaschinensteuerung über die robots.txt).
Die Datei sollte vorzugsweise, wie beim P3P-Verfahren, in der HTML-Datei angegeben (damit nicht weitere 404-Fehler erzeugt werden). Nun könnte im Browser eingestellt werden, bis zu welcher Altersstufe die Websites angezeigt werden sollten, und wie Verfahren werden soll, wenn die Dateiangabe der XML-Datei fehlt, die angegebene Datei nicht vorhanden oder nicht dem XML-Shema entspricht. Diese Optionen müssen natürlich vor Veränderung geschützt werden.
Somit ließe sich nicht nur ein wesentlich besserer Schutz integrieren, sondern würde auch nicht die informationelle Selbstbestimmung jedes einzelnen Bürgers einschränken. Natürlich wäre es bis zu dieser Methode ein weiter Weg. Es müsste es eine technische Beschreibung des Verfahren existieren inklusive der Entwurfes des XML-Shemas erfolgen (eine RFC), doch dies ist nur der kleinste Aufwand. Viel schwieriger und aufwändiger wird es, diese Technik in die Browser zu bekommen, ob nun über den Browserhersteller selber oder per Erweiterung. Wenn hiervon jedoch eine Organisation, wie der W3C, mit ins Boot geholt kann, wird diese Art der Altersverifikation nicht nur in Deutschland zum Standard werden, sondern könnte sich sogar weltweit verbreiten.
Wer nun denkt: “Ha ha, dann stell ich meine Seite einfach für ab 12 rein.”, hat damit wohl grundsätzlich diesen Schutz ausgehebelt. Da es sich hier aber um eine XML-Datei handelt, könnte man in diesen Standard ein weiteres Feld einbauen, welche eine Signierung dieser Angaben ermögliche, die an der Domain gebunden wird. Damit könnte bspw. eine Altersverifikation von einem Institut vergeben werden. Im Browser würde ein weiteres Feld hinzugefügt, ob man nun der Datei so vertraut, oder nur signierte Dateien und ggf. selektiv die Vergabestellen sich aussuchen kann.

Nach etwas suchen findet sich auch tatsächlich bereits Ansätze und Überlegungen zu genau solchen Überlegung, schaut man sich beim W3C PICS (Platform for Internet Content Selection) an, findet man hier eine Möglichkeit, Internetinhalte zu bewerten und mittels einer Filtersoftware zu blocken. Weitere Definitionen, wie und wofür es genutzt wird, überlässt das W3C den Verwendern. Interessant ist hier natürlich das Datum der Version 1.0 von PICS 27.05.1998. Etwas genauer zu diesen alternativen System der Bewertung finden sich bei omen.org: Die Standardisierung der Zensur.

Mutmaßungen im Netz

Im Netz machen sich natürlich bereits Mutmaßungen einer neuen Internetzensur breit, was sich natürlich verstehen lässt, denn diese Methode grenzt den Bürger irgendwo auch in seiner informationellen Selbstbestimmung ein, denn viele Informationen sind auf einmal nur noch zu bestimmten Uhrzeiten verfügbar. Zu schweigen von den Schwierigkeiten, dass mit Suchmaschinen und/oder Besuchern, wenn die Website nicht verfügbar sein soll.

Fazit

Grundsätzlich ist eine Altersangabe für Websites nicht verkehrt, doch der Gesetzesentwurf geht hier weit an der Realität vorbei. Die Methode zur Sperrung der Websites ist hier mehr als fragwürdig, hinzu kommt noch seine Unzulänglichkeit für ausländische Websites.
Eine Umsetzung der hier vorgestellten Möglichkeit zur Beschränkung erfordert wohl allgemein mehr Überzeugungsarbeit, und auch mehr Arbeit insgesamt, stellt aber später wohl eine sehr gute Alternative da, die von allen begrüßt werden werden könnte. Und ließe sich im Zweifelsfalle nicht so einfach aushebeln. Den Eltern bleibt es außerdem überlassen, was sie ihren Kindern an Inhalten erlaubt, und welche nicht, auch nach von 23:00 bis 6:00 Uhr.

Quellen